Onkologen in Italien haben nachgewiesen, dass eine strukturierte Einführung zur Bereitstellung von Gesundheitsinformationen für Krebspatienten wirklich ihr psychologisches und physisches Befinden verbessert und dass dieses Schema in jeder Krebsstation eingeführt werden sollte. Die Ergebnisse einer Studie mit 3.300 Patienten beim Test einer Methode zur Vermittlung von Gesundheitsinformationen für Krebspatienten wurden heute (20 Oktober 2002) beim Kongress der European Society for Medical Oncology in Nizza bekannt gegeben.
Dr. Rodolfo Passalacqua vom Krankenhausverband in Cremona, Italien, sagte: "Wir wissen immer noch nicht, wie wir den Krebspatienten die Ratschläge am besten übermitteln sollen, wir wissen aber, dass die Patienten ein starkes Bedürfnis haben, mehr Informationen über ihre Krankheit zu erhalten." Dr. Passalacqua und sein Team haben eine neue Informationsstruktur entwickelt, den Point of Information and Support (PIS), der sich in Krebsstationen befindet und den Patienten, ihren Familien und Freunden zugänglich ist, und bei dem auch die persönlichen Bedürfnisse und die soziokulturellen Hintergründe berücksichtigt werden. Jeder PIS umfasst eine Bibliothek mit Broschüren, Videos und grundlegenden Informationen über die verschiedenen Krebsarten und die Medikamente. Eine speziell im Fachgebiet Krebs geschulte Krankenschwester begrüßt die Patienten, vermittelt zwischen dem Onkologen und dem Patient, und sie hilft den Patienten bei der Suche nach speziellen Informationen sowie bei der Diskussion aller Themen, die den Patienten interessieren. Ein Onkologe ist dabei als Referent und Koordinator für den PIS tätig.
Das Team von Dr. Passalacqua hat die Wirksamkeit dieser neuen Struktur in 38 Krebszentren in ganz mit zufällig durchgeführten Versuchen gestestet. Das Ergebnis wurde im Verhältnis der Reduzierung der Angstgefühle und der Depressionen sowie der Zufriedenheit des Patienten mit der vom Team zur Verfügung gestellten Informationen beurteilt. Nach Abschluss der sechs Monate andauernden Studie wurden nicht selektierten Patienten nacheinander in zufällig ausgewählten Krebszentren ein anonymer Fragebogen vorgelegt.
"Fast ein Viertel aller Patienten berichteten über mäßige bis ernste Angstgefühle und Depressionen und fast alle der Patienten waren sehr zufrieden mit den Informationen, die vom Team zur Verfügung gestellt wurden," sagte Dr. Passalacqua.
Einige der Zentren hatten aus verschiedenen Gründen keinen Erfolg mit dem Start dieser neuen Struktur. Es fehlten Krankenschwestern, es gab organisatorische Probleme, Missverständnisse und interne Konflikte in den Krebszentren. In den Zentren, die diese Schwierigkeiten bewältigten und in denen der PIS gut funktionierte, gab es im Vergleich zu den Zentren ohne PIS einen merklichen Rückgang der Angstgefühle und der Depressionen bei den Patienten. Ebenso war die Zufriedenheit der Patienten über die erhaltenen Informationen in den Zentren mit einem gut arbeitendem PIS größer (93,6%) und viele von ihnen (89%) hatten eine ziemlich gute Kenntnis über ihre Krankheit.
"Zum ersten Mal haben wir gezeigt, dass es möglich ist, eine Informationsbibliothek und Unterstützung für Krebspatienten in Krebszentren aufzubauen, die von einer Fachkrankenschwester des gleichen Krebszentrums geführt wird, und diese Struktur trägt dazu bei, die Angstgefühle und die Depressionen des Patienten zu reduzieren und die Zufriedenheit des Patienten zu erhöhen. Der PIS sollte in jedem Krebszentrum eingeführt werden. Das gesamte medizinische Personal sollte zusammen mit Psycho-Onkologen ein entsprechendes Training erhalten," sagte Dr. Passalacqua.
Da über 20% aller Krebspatienten über gemäßigte bis ernste Sorgen klagen und 40% dieser Patienten unter psychologisch labilen Konditionen leiden, sollte eine frühe Lokalisierung von psychologischem Stress sowie eine Reduzierung der Angstgefühle und der Depressionen eine Priorität einnehmen. Der PIS hat eine positiven Einfluss auf diese Aspekte, indem der Patient individuell und geeignet informiert wird.
Über European Society for Medical Oncology (ESMO)
ESMO ist der Meinung dass jeder Krebspatient die bestmögliche Behandlung erhalten soll, die für ihn verfügbar ist. Dabei allen Aspekten der Krebstherapie die Medizin eine große Rolle spielt, müssen Krebspatienten von qualifizierten Onkologen betreut werden. ESMO ist die führende Vereinigung in Europa die Ausbildung und Richtlinien für Onkologen zur Verfügung stellt, um eine optimale Versorgung von Krebspatienten zu garantieren. Seit der Gründung im Jahre 1975, hat sich die Gesellschaft zu einer Institution mir Repräsentanten aus allen europäischen Ländern und den weltweit sechs wichtigsten geographischen Regionen entwickelt.
Gracemarie Bricalli | Source: EurekAlert!
Further information: www.esmo.org/
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