Forum for Science, Industry and Business

Sponsored by:     3M 
Search our Site:

 

Neues Informationsprogramm beruhigt Patienten

21.10.2002


Onkologen in Italien haben nachgewiesen, dass eine strukturierte Einführung zur Bereitstellung von Gesundheitsinformationen für Krebspatienten wirklich ihr psychologisches und physisches Befinden verbessert und dass dieses Schema in jeder Krebsstation eingeführt werden sollte. Die Ergebnisse einer Studie mit 3.300 Patienten beim Test einer Methode zur Vermittlung von Gesundheitsinformationen für Krebspatienten wurden heute (20 Oktober 2002) beim Kongress der European Society for Medical Oncology in Nizza bekannt gegeben.



Dr. Rodolfo Passalacqua vom Krankenhausverband in Cremona, Italien, sagte: "Wir wissen immer noch nicht, wie wir den Krebspatienten die Ratschläge am besten übermitteln sollen, wir wissen aber, dass die Patienten ein starkes Bedürfnis haben, mehr Informationen über ihre Krankheit zu erhalten." Dr. Passalacqua und sein Team haben eine neue Informationsstruktur entwickelt, den Point of Information and Support (PIS), der sich in Krebsstationen befindet und den Patienten, ihren Familien und Freunden zugänglich ist, und bei dem auch die persönlichen Bedürfnisse und die soziokulturellen Hintergründe berücksichtigt werden. Jeder PIS umfasst eine Bibliothek mit Broschüren, Videos und grundlegenden Informationen über die verschiedenen Krebsarten und die Medikamente. Eine speziell im Fachgebiet Krebs geschulte Krankenschwester begrüßt die Patienten, vermittelt zwischen dem Onkologen und dem Patient, und sie hilft den Patienten bei der Suche nach speziellen Informationen sowie bei der Diskussion aller Themen, die den Patienten interessieren. Ein Onkologe ist dabei als Referent und Koordinator für den PIS tätig.

Das Team von Dr. Passalacqua hat die Wirksamkeit dieser neuen Struktur in 38 Krebszentren in ganz mit zufällig durchgeführten Versuchen gestestet. Das Ergebnis wurde im Verhältnis der Reduzierung der Angstgefühle und der Depressionen sowie der Zufriedenheit des Patienten mit der vom Team zur Verfügung gestellten Informationen beurteilt. Nach Abschluss der sechs Monate andauernden Studie wurden nicht selektierten Patienten nacheinander in zufällig ausgewählten Krebszentren ein anonymer Fragebogen vorgelegt.


"Fast ein Viertel aller Patienten berichteten über mäßige bis ernste Angstgefühle und Depressionen und fast alle der Patienten waren sehr zufrieden mit den Informationen, die vom Team zur Verfügung gestellt wurden," sagte Dr. Passalacqua.

Einige der Zentren hatten aus verschiedenen Gründen keinen Erfolg mit dem Start dieser neuen Struktur. Es fehlten Krankenschwestern, es gab organisatorische Probleme, Missverständnisse und interne Konflikte in den Krebszentren. In den Zentren, die diese Schwierigkeiten bewältigten und in denen der PIS gut funktionierte, gab es im Vergleich zu den Zentren ohne PIS einen merklichen Rückgang der Angstgefühle und der Depressionen bei den Patienten. Ebenso war die Zufriedenheit der Patienten über die erhaltenen Informationen in den Zentren mit einem gut arbeitendem PIS größer (93,6%) und viele von ihnen (89%) hatten eine ziemlich gute Kenntnis über ihre Krankheit.

"Zum ersten Mal haben wir gezeigt, dass es möglich ist, eine Informationsbibliothek und Unterstützung für Krebspatienten in Krebszentren aufzubauen, die von einer Fachkrankenschwester des gleichen Krebszentrums geführt wird, und diese Struktur trägt dazu bei, die Angstgefühle und die Depressionen des Patienten zu reduzieren und die Zufriedenheit des Patienten zu erhöhen. Der PIS sollte in jedem Krebszentrum eingeführt werden. Das gesamte medizinische Personal sollte zusammen mit Psycho-Onkologen ein entsprechendes Training erhalten," sagte Dr. Passalacqua.

Da über 20% aller Krebspatienten über gemäßigte bis ernste Sorgen klagen und 40% dieser Patienten unter psychologisch labilen Konditionen leiden, sollte eine frühe Lokalisierung von psychologischem Stress sowie eine Reduzierung der Angstgefühle und der Depressionen eine Priorität einnehmen. Der PIS hat eine positiven Einfluss auf diese Aspekte, indem der Patient individuell und geeignet informiert wird.

Gracemarie Bricalli | EurekAlert!
Further information:
http://www.esmo.org/

More articles from Health and Medicine:

nachricht A 'half-hearted' solution to one-sided heart failure
24.11.2017 | Boston Children's Hospital

nachricht New study points the way to therapy for rare cancer that targets the young
22.11.2017 | Rockefeller University

All articles from Health and Medicine >>>

The most recent press releases about innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: New proton record: Researchers measure magnetic moment with greatest possible precision

High-precision measurement of the g-factor eleven times more precise than before / Results indicate a strong similarity between protons and antiprotons

The magnetic moment of an individual proton is inconceivably small, but can still be quantified. The basis for undertaking this measurement was laid over ten...

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Visual intelligence is not the same as IQ

Just because someone is smart and well-motivated doesn't mean he or she can learn the visual skills needed to excel at tasks like matching fingerprints, interpreting medical X-rays, keeping track of aircraft on radar displays or forensic face matching.

That is the implication of a new study which shows for the first time that there is a broad range of differences in people's visual ability and that these...

All Focus news of the innovation-report >>>

Anzeige

Anzeige

Event News

Ecology Across Borders: International conference brings together 1,500 ecologists

15.11.2017 | Event News

Road into laboratory: Users discuss biaxial fatigue-testing for car and truck wheel

15.11.2017 | Event News

#Berlin5GWeek: The right network for Industry 4.0

30.10.2017 | Event News

 
Latest News

IceCube experiment finds Earth can block high-energy particles from nuclear reactions

24.11.2017 | Physics and Astronomy

A 'half-hearted' solution to one-sided heart failure

24.11.2017 | Health and Medicine

Heidelberg Researchers Study Unique Underwater Stalactites

24.11.2017 | Earth Sciences

VideoLinks
B2B-VideoLinks
More VideoLinks >>>